I spit on your Grave Remake:

Nach dem Klassiker „I spit on your Grave“ von 1978 folgt nun das Remake. Leider ist die deutsche Fassung total geschnitten und nicht der Rede Wert, was mich dazu bringt, nur über meine ungeschnittene Österreichische Fassung zu berichten 🙂

Zur Story:
Um in Ruhe an ihrem neuen Buch arbeiten zu können, mietet sich die junge Schriftstellerin Jennifer Hills eine gemütliche Hütte im Wald, weit weg von Stress und Alltag. Eines Nachts wird Jennifer von ein paar Einheimischen in ihrer Waldhütte überfallen, gequält und auf übelste Art vergewaltigt. Doch bevor die Psychopathen es schaffen sie zu erschießen, fällt Sie total erschöpft und am Ende ihrer Kräfte in einen Fluss und wird von der Strömung mitgerissen. Obwohl die Überlebenschancen gleich 0 sind, kommt sie zurück um sich zu rächen und setzt dem brutalen Horrorszenario noch eins drauf, denn ihre Vergewaltiger sollen leiden, bis in den Tod.

Zum Film:
Wenn ihr den alten „I spit on your grave“ von 1978 kennt, wisst ihr ungefähr, wie hemmungslos der Film und die Story vorgegangen sind. Was ihr aber im Remake zu sehen bekommt, übertrifft alles bisher dagewesene, denn hier stimmt so gut wie Alles. Der Streifen fängt sehr ruhig und gelassen an, baut aber innerhalb von 15 Minuten eine so drückende und intensive Atmosphäre auf, dass man in den Sessel, bzw die Couch hinein gedrückt wird. In keiner Sekunde des Films, machte es den Anschein, als gäbe es hier nur Ansatzweise ein „Happy End“, denn die düstere Stimmung ändert sich nie, sondern baute sich im Verlauf des Horrorszenarios immer weiter aus. Die Kamera hält in jeder einzelnen Szene voll auf das Geschehen und vermittelt damit die Angst und die Unberechenbarkeit in den Situationen auf realistische und beklemmende Art und Weise. Klar dürfte nach den ersten Sätzen sein, dass die Schauspieler eine klasse Arbeit machen. Vor allem Jennifer, die von Sarah Butler gespielt wird sollte man hervorheben, denn nicht jede Frau kann solch eine Rolle so überzeugend spielen.
Nach ca. der Hälfte des Films kann man erst wieder etwas durch atmen,doch nicht lange, denn nach nur 5 Minuten wird man zurück auf den Boden der Tatsachen geholt und so bleibt die Spannung und der Nervenkitzel über die gesamte Laufzeit auf höchstem Niveau. Leute mit schwachem Magen sollten spätestens ab diesem Abschnitt ausschalten, denn ich habe selten eine so brutale, kluge, blutige und kühle Vorgehensweise eines Menschen gesehen. Wer nun denkt, dass sich dies alles innerhalb von 10 Minuten abspielt liegt falsch, denn „I spit on your Grave“ zögert  jede einzelne Szene hinaus, um die kleinste Kleinigkeit in Szene zu setzen.
Natürlich hat der Film auch negative Punkte, denn bei genauerem überlegen hat der Streifen an 2-3 Stellen kleine Logiklücken, die aber wirklich nicht stören.
Was ich aber klarstellen muss, ist dass ich hier nur die UNCUT Version beschreibe, die
108 Minuten lang ist. Unsere deutsche „I spit on your Grave“ Veröffentlichung ist Mal wieder total zerrissen worden, denn mit nur 99 Minuten fehlen nicht nur die ganzen brutalen Szenen, sondern auch der gesamte Zusammenhang wird wirr und absolut inakzeptabel, wobei ich auch bei meinem heutigen kleinen Extra wäre:

Altersfreigaben und Bevormundung:
Ich könnte wirklich kotzen, wenn ich die unverschämte und zum Teil respektlose Vorgehensweise unserer FSK bzw BPJM sehe. Wie kann es sein, dass UNS Erwachsenen, irgendwelche Leute vorschreiben, was wir sehen dürfen und was nicht?! Ist der Sinn der Volljährigkeit nicht der, dass man Selbstverantwortung übernimmt und für seine Entscheidung selbst eintritt? Versteht mich bitte nicht Falsch, ich bin natürlich für eine strukturierte Altersbeschränkung, sei es in der Musik oder Filmebranche, doch nur bis zur Volljährigkeit, denn dann sollte JEDER von uns in der Lage sein, eigene Entscheidungen zu treffen!!! Ein ausführlicher Artikel folgt ..

Fazit:
Die „108-min Fassung“ ist der reinste Wahnsinn. Noch nie hat mich ein Film über die gesamte Laufzeit so gefesselt und auch nach dem abschalten beschäftigt Hemmungslos und ohne Rücksicht nimmt das „Horrorszenario“ seinen Lauf. „I spit on your Grave“ ist der Beweis,dass ein Film auch ohne große Specialeffects bombastisch werden kann. Bevor ihr euch die „99-min Fassung“ holt, spart das Geld oder holt euch einen anderen Film. Ich vergebe so gut wie nie eine so hohe Bewertung, doch der Streifen war einfach Atemberaubend 🙂

95 % / 100%

Bilder von Amazon

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